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Kurzes Institutsporträt
Vögel sind vermutlich die attraktivste Gruppe von Lebewesen
keiner anderen Gruppe irgendwo auf der Welt widmen sich so viele
Liebhaber und Amateurwissenschaftler. Als tagaktive Tiere sind Vögel
überall und zwar nicht nur auf unseren Gehsteigen oder im Garten,
tatsächlich trifft man sie selbst in der Antarktis oder Mitten in
der Sahara. Auch für Forscher stellen Vögel ideale
Untersuchungsobjekte dar für eine Vielzahl grundlegender
biologischer Fragestellungen. Denn sie sind weltweit verbreitet,
artenreich, reich an Anpassungen und teilen wie kaum eine andere
Tiergruppe ihre Lebensräume mit dem Menschen, wodurch sie wichtige
Bioindikatorfunktion besitzen.
Der Vogelgesang hat viele Gemeinsamkeiten mit der menschlichen
Sprache. Vögel sind daher ein interessantes Modellsystem, um die
stark durch Lernprozesse beeinflusste Entwicklung des Vogelgesangs
zu verstehen. Die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für
Ornithologie untersuchen nicht nur die neuronalen Grundlagen des
Lern- und Erinnerungsvermögens sowohl im motorischen als auch im
sensorischen Bereich, sie möchten auch herausfinden, welche Rolle
Hormone bei der geschlechtsspezifischen Differenzierung des
Gehirngebietes spielen. Denn in der Regel ist das "vokale
Kontrollsystem" (HVC) im Gehirn bei den singenden Männchen besser
ausgebildet als bei den nicht singenden Weibchen.
Darüber hinaus befassen sie sich mit den unterschiedlichen
Strategien zur Partnerwahl und der sexuellen Signalgebung bei
Vögeln. Zu diesen gehören neben dem Gesang, morphologische Merkmale
wie Körpergröße, Gefiederfärbung, Schnabelfarbe etc. Die Forscher
möchten herausfinden, warum äußere Merkmale als auch
Verhaltensmerkmale sich von Individuum zu Individuum unterscheiden
und welche Mechanismen dafür sorgen, dass Variation in so großem
Umfang erhalten bleibt. Da die Aufrechterhaltung solcher Merkmale
mit individuellen Kosten verknüpft ist, sollten sie seinem Träger
unter evolutionären Gesichtspunkten betrachtet einen Vorteil
verschaffen. Eine spannende Frage ist daher, worin der Vorteil
individueller Einzigartigkeit liegen könnte.
Institutsflyer
Direktoren am Institut
Prof. Dr. Manfred Gahr Abteilung
Verhaltensneurobiologie (in Seewiesen)
Prof. Dr. Bart
Kempenaers Abteilung Verhaltensökologie und
Evolutionäre Genetik (in Seewiesen)
Prof. Dr. Martin Wikelski Abteilung für Tierbewegungen und Immunökologie (Vogelwarte Radolfzell)
Geschichte
Standort Seewiesen
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